Wann ist schwarz schwarz oder ist es schwarz vielleicht?

von Lorelies Christian

Niederrhein Nachrichten, 12. Januar 2017

Interessante Ausstellung der Duisburger Sezession im Dreigiebelhaus

XANTEN. So interessant wie das Cover der Einladungskarte ist der Titel der Ausstellung „Schwarz vielleicht“ und auch die ausstellende Künstlergruppe „Duisburger Sezession“. Von Meinungen „Schwarz ist dann, wenn das Licht ausgeht“ muss man abrücken – denn dahinter steht ja noch das „vielleicht“.

Betrachter von Malerei, Grafik und Plastik haben Gelegenheit zur eigenen Interpretation, wenn die Ausstellung im Dreigiebelhaus Xanten am Dom am Sonntag, 15. Januar um 13 Uhr eröffnet wird.  Gerhard Losemann, Sprecher der Dusiburger Sezession, verspricht „Vielfalt und Offenheit“, die in der Ausstellung spürbar ist. Gleichzeitig bescheinigt er allen 15 Mitgliedern der Duisburger Sezession Individualität und macht klar: „Aus künstlerischer Vielschichtigkeit ergibt sich zwangsläufig, dass das Erscheinungsbild einer Gruppenausstellung nicht die Geschlossenheit einer einzigen stilistischen oder inhaltlichen Aussage haben kann.“ Oder mit den Worten von Hans-Jürgen Vorsatz: „Trotz des gruppendynamischen gemeinschaftlichen Handeln bleibt es dabei ,Ich bin Ich“.

Renate Krupp aus Issum, die ebenfalls  schon seit vielen Jahren zu dieser Künstlergruppe  gehört, ergänzt: „Nachdem wir gemeinsam den Titel ,schwarz vielleicht‘ festgelegt haben, hat sich jeder dieser Herausforderung gestellt, passende Werke dazu zu liefern. Obwohl natürlich jeder seine Handschrift hat, sind wir am Ende selbst überrascht, was dabei raus kommt.“

Und tatsächlich, trotz (oder wegen) der Vielseitigkeit, ist die Ausstellung stimmig. Da gibt es unter anderem Digitaldrucke auf Bambuspapier von Holger Albertini, einen „Wachturm“ aus Naturmaterialien angefertigt von Jochen Duckwitz, Pigmentdrucke von Renate Guenther, Spuren als Druckgrafiken festgehalten von Renate Krupp, ein Mauerkrümel-Tryptichon als Erinnerung aus der Berliner Mauer von Günter Kühn, Plastiken und Bilder von Gerhard Losemann, Stahlgebilde von Jürgen Meister, Tuschebilder von Josef Müller und Kurt Rehm, Radierungen von Angelika Ruckdeschel, eine „Tondo Spirale“ aus Acryl und Pastel von Günter M. Schirmer, Zeichnungen von Cornelia Schweinoch-Kröning, Öl auf Teerpappe von Angelika Stienecke und auch große Basaltlava-Stahl-Skulpturen von Hans-Jürgen Vorsatz.

Michael Blasczyk, der die Galerie für den Verein Stadtkultur Xanten im Dreigiebelhaus leitet, bedankt sich für die unkomplizierte gute Zusammenarbeit bei der Gruppe, die bereits 2013 in Xanten ausgestellt hat. Er freut sich, dass Künstler der gesamten Region in der Domstadt ausstellen. Nach der Eröffnung am Sonntag ist die Ausstellung bis zum 19. März immer dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, mittwochs und samstags von 9 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung zu sehen.