Jochen Duckwitz * 1942 in Lennep

Studium der Biologie an der Universität Bonn, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler, Stipendiat des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie, Lehrtätigkeit am Gymnasium in Düsseldorf und Duisburg, Mitglied im Verband Deutscher Biologen, Förderpreis der Stadt Wilhelmshaven, erster Preis im Nana Gestaltungswettbewerb der Stadt Duisburg, Stipendiat im Künstleraustauschprogramm Düsseldorf – Ein Hod, Israel, Sprecher der Duisburger Künstler und Vertreter im Kunstbeirat der Stadt Duisburg

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl):

  • Düsseldorf
    • Fritz Henkel Haus
    • Villa Engelhardt
    • Kunsthalle
  • Duisburg
    • Ars Viva des Kulturkreises
    • Galerie Quadart
    • Galerie Goldstraße
    • Nixdorf Kunstpreis
    • Galerie Rheinhausen
    • Gesellschaft für Wirtschaftsförderung
  • Bonn Kunstforum
  • Steinfurt Huck Beifang Haus
  • Gütersloh Galerie Friedemann
  • Erlangen Galerie Beck
  • Köln
    • BDI Hauptverwaltung
    • Galerie im alten Kloster
  • Oberhausen Studiogalerie
  • Emmerich Kunstverein
  • Haarlem Galerie Grafic Centrum
  • Essen
    • Intergroup
    • Alte Synagoge
  • Kassel Dokumenta V
  • Neuenkirchen Galerie Falazik
  • Seeligenstadt Kunstforum
  • Kaarst Städtische Galerie
  • Ulft Galerie bij de Boeken
  • Baesweiler Rathausgalerie

Was Jochen Duckwitz bei aller Eigenständigkeit vor allem mit den früheren Werken seines Lehrers Joseph Beuys verbindet, ist die Kargheit und Sparsamkeit der eingesetzten Mittel: Das wie achtlos gegriffene Papier, meist im kleinen Format, der Bleistiftstrich, die aquarellierte Fläche – mehr bedarf es nicht, um Weite wie Tiefe, Räume und Objekte ins Bild zu bringen. Meist sind es zarte Aquarelltöne, die er bevorzugt – kräftigere Farben setzt er so sparsam ein wie ein guter Schriftsteller Ausrufezeichen. Und doch fügen sich die hingetuschten farbigen Flächen im Auge des Betrachters zu Land und Meer, zu Horizont und Himmel, so dass Duckwitz am abstraktesten wirkt, wo er am konkretesten arbeitet, angesichts norddeutscher und niederländischer Landschaften in ihrer Weite. Genauso schließen die zarten Bleistiftlinien, gestützt von minimalen Farbflächen, sich zu Kuben wie zu Häusern zusammen, öffnen sich zu Hohlräumen und verbinden die Gebilde wie gespannte Leinen zu einem imaginären Raumensemble. Die Technik der Duckwitzschen Bildfindung, das Prinzip der Variation weniger Grundelemente, erschließen seine extrem schmalen hochformatigen Streifenbilder, in denen ein Motiv, meist nur ein Bleistiftstrich, wie in den Einzelbildern eines Filmstreifens minimal variiert wird.

Dem Prinzip der Zeichnungsräume korrespondiert das der Raumzeichnungen, als die man seine Objekte begreifen kann. In ihnen lösen sich die perspektivisch erzeugten poetischen Räume und Gebilde gleichsam aus der Fläche und erschließen sich der dritten Dimension. Grundlage der filigranen Montagen sind Holzstücke, wie man sie an der Meeresküste oder an niederrheinischen Deichen findet und denen das Wasser selbst schon die von Duckwitz bevorzugte zarte Farbigkeit gegeben hat. In den neuesten Arbeiten schließt sich der Kreis, und das Objekt kehrt in die Fläche zurück. …

Volker Neuhaus